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Rezension zu „Vergissmeinicht- Was man bei Licht nicht sehen kann“

Nixi und ich haben per E-Mail das Buch „Vergissmeinnicht“ von Kerstin Gier besprochen. Weil wir zu faul waren, eine ordentliche Rezension zu verfassen, gibt es ein paar Spoiler, auch zum Ende. Wir haben das Buch in Abschnitte eingeteilt und uns dann jeweils darüber ausgetauscht.

1.Abschnitt:

Susanna:

Quinn ist auf Anhieb sympathisch, er ist locker, macht viele Witze und nimmt sich und die Welt nicht sonderlich ernst. Auch Matilda mag ich, obwohl ich eure Familiensituation nicht ganz kapiert habe und nochmal nachlesen musste. Ich bin sehr leicht in das Buch hineingekommen, die Sprache ist sehr angenehm zu lesen, nicht allzu förmlich, eher so, wie Jugendliche sprechen. Die einzelnen Figuren sprechen so, dass es ihren Charakter unterstreicht. Der Anfang hat mich auf jeden Fall gleich neugierig gemacht und die Handlung ging zügig los.

Nixi:
Tatsächlich fand ich Quinn ganz am Anfang richtig unsympathisch. Er kam irgendwie wie ein kleiner Angeber rüber der nicht viel nachdenkt und alles macht, was ihm gerade so in den Kram passt. Allerdings habe ich ihn ja danach auch nochmal ein bisschen besser kennengelernt und fand ihn dann nicht mehr so schlimm. Mathilda fand ich sympathischer und ich hatte ein richtig schönes Weihnachts/Adventsfeeling  als sie mit ihrer Freundin zusammen übernachtet hat. „Die einzelnen Figuren sprechen so, dass es ihren Charakter unterstreicht.“ —> besser hätte ich es nicht ausdrücken können! Ich hätte nicht damit gerechnet, dass vor allem schon im 1. Kapitel schon so viel passiert. Aber trotzdem krass, dass sich Quinn von dem Unfall doch relativ schnell erholt hat! Der Schreibstil gefällt mir sehr gut und es gab schon was zum Lachen 🙂 Anfangs war ich dann aber kurz überrascht, weil ich nicht damit gerechnet hätte, dass die Charaktere schon so „alt“ sind. Und du hast Recht, der Einstieg in die Geschichte ist schön leicht 🙂 Ich bin schon mega gespannt wie es weitergeht!

2.Abschnitt:

Nixi:
Jetzt geht es richtig los. Ich fand die Stelle wo Matilda Geld sammeln wollte und bei Quinns Haus geklingelt hat und ihre Mutter sie dann dazu gebracht Zeit mit Quinn zu verbringen etwas unlogisch. Aber ich kann Quinns Mutter auch gut verstehen, sie will das Quinn Kontakt zu gleichaltrigen hat. Und seine Freunde will er wohl nur ungern sehen. Der Friedhof und der Blumenladen wurden toll beschrieben und ich wäre gern selbst dort gelesen. Die Situation mit dem Hutmann und anderen hab ich noch nicht 100%ig gerafft, aber ich bin mir sicher, dass Quinn das Fläschchen mit dem „Zaubertrank“ trinken wird. Warum hätte er es sonst bekommen? Übrigens finde ich es stark, dass Quinn Rollstuhlfahrer ist, das kommt nur selten in Büchern vor. 🙂

Susanna:
Wieder musste ich durch den saloppen Schreibstil lachen, was genau jetzt Sache ist (diese Gesichter, Hector, usw.) habe ich noch nicht ganz kapiert. Und warum genau soll/will Quinn jetzt den Trank trinken?Wie Matilda ihre Eltern mit den eigenen Waffen schlägt ist sehr beeindruckend. Weil Quinn und Matilda so lebendig sind, muss ich mich jedes Mal umstellen, wenn die Perspektive gewechselt wird. Ich muss sagen, dass ich Quinns Perspektive bis jetzt ein bisschen lieber mag als Matildas, seine Sprache ist irgendwie noch ein bisschen lockerer. Und was das Verstehen vom Hutmann angeht, stimme ich dir absolut zu. Und die Überschwänglichkeit von Quinns Mutter ist auch ein kleines bisschen irritierend, aber gut, irgendwie müssen die beiden sich ja näher kommen und wahrscheinlich ist sie (also die Mutter) einfach total besorgt und will Quinn (wieso schreibe ich immer Qiunn?) bemuttern.

3. Abschnitt:

Susanna:
Holla, die Waldfee, jetzt geht’s aber ab! Du hattest recht mit der Vermutung, dass Quinn den Trank trinkt. Und das mit dem Saum und diesen Geistwesen da hört sich kompliziert an. Nietzsches Äußerungen waren einfach urkomisch! Dieser Dichter da auf dem Sofa…“Und dann steht man plötzlich hier blöd in der Gegend herum“ oder so ähnlich. Wie Matilda sich nach Quinn erkundigt, war mir ehrlicherweise ein bisschen peinlich… Und Luise und Leopold sind einfach von Grund auf unsympathisch. Wer bitteschön geht einfach so in fremde Zimmer, um nach Klausurbögen zu gucken? Und wieso wollen sie Quinn helfen? Außerdem kommen sie erst auf die Idee, als Matilda es macht. Also, diese beiden mag ich nicht. Die Fantasywelt erscheint mir sehr gut durchdacht, aber was es mit Hector und Kim auf sich hat, weiß ich immer noch nicht. Immerhin ist jetzt ein bisschen was klarer.

Nixi:
Okay, jetzt geht es los. Ich habe nicht vollständig gecheckt, wie diese Fantasywelt funktioniert aber einen Eindruck. Es wurde halt etwas kompliziert erklärt und ich war beim Lesen etwas müde. 😅 Ich schließe mich dir an, Luise und Leopold gehen gar nicht (wir hatten mal voll die doofe Nachbarin die wir die fiese Luise genannt haben, an die muss ich voll oft denken 😂). Und ja, Matildas Verhalten am Ende war schon ziemlich Peinlich aber ich feier das „Ich bin NICHT Luise“ T-shirt voll!  Ich frage mich ob Kim nochmal auftaucht (anscheinend soll sie ja nicht sooo wichtig sein) und was vor allem Quinn als nächstes macht.

4. Abschnitt:

Susanna:

Die Situation mit Lilly im Aufzug war ja sehr seltsam, ich hatte gar nicht gedacht, dass Matilda so schlagfertig sein kann. Aber es ist süß, wie die zwei sich immer näherkommen. Und dass Matilda so rot wird, kann ich verstehen. Dass es so einfach war, das Portal zu öffnen, hätte ich nicht gedacht. Die Nex sind mir sehr unsympathisch, Prof. Cassian gehört anscheinend zu den Guten. Die Therapeutin ist ja ein absolutes Arschloch und es wäre echt krass, wenn sie wirklich ein Saumwesen wäre. Bin mal gespannt, wies weitergeht.

Nixi:

Die Therapeutin ist wirklich gemein, dafür mag ich den Physiotherapeuten (oder wie der auch hieß). Ich fand es auch seltsam wie du, dass das Portal so leicht zu öffnen war, war aber danach etwas irritiert, das 1. Quinn extrem leichtsinnig gehandelt hat und 2. Matilda es irgendwie egal war, dass Quinn jetzt irgendwo ist und vielleicht nicht zurück kommen kann! Ansonsten war mir der Teil wo Quinn in dieser anderen Welt war etwas zu lang, vielleicht bin ich aber auch nur Müde.

5. Abschnitt

Susanna:

Och, ich fand es in der Welt eigentlich ganz interessant. Dieses Treffen mit der Rektorin Themisi oder wie sie heißt, war ja ziemlich kurz, dafür gibts jetzt endlich einen Anhaltspunkt, was die Saumwesen von Quinn wollen. Es scheint ganz ordentlich Knatsch im Saum zu geben, diese Nex sind mir immer noch nicht geheuer. Dass Leopold und Luise Quinn für ihr Referat einspannen wollen als „Anschauungsobjekt“… Die beiden sind einfach so lustig und sehr von sich überzeugt.

Nixi:

Hui jetzt ist ja ganz schön was los! Zwei Mal war Quinn jetzt schon im Saum (also in diesem Abschnitt). Matilda und er lernen sich langsam besser kennen, was voll süß ist, außerdem behandelt er sie nun ganz anders. Für sie tut es mir irgendwie leid, dass sie immer warten muss… Und was Lasse für Probleme hat, kann ich noch nicht ganz verstehen…

6. Abschnitt:

Nixi:

Quinn und Matilda kommen sich schon viel näher. Diese Arschkrampe hat eins auf die Nase bekommen und ist nun hoffentlich weg vom Fenster. Und Kim (die Blauhaarige) haben sie auch noch erwischt, doof allerdings, dass sie so schnell wieder abgehauen ist! Und von dem anderen Mädel (diese die schon so alt ist, an der Litfaßsäule) von der weiß ich überhaupt nicht ob sie jetzt böse oder gut ist. 🤷🏻‍♀️ Das Buch ist gut, der Schreibstil auch aber es kam irgendwie noch keine Stelle wo ich mir so gedacht habe „Wow, heftig! Wie kann das jetzt nur weitergehen, ich muss es unbedingt wissen!“

Weißt du? Mir fehlt ein kleiner Kick und die Handlung plätschert halt auch nur so dahin…

Susanna:

Das war ja mal so was von cool, wie Matilda und Quinn Lasse und Lilly Paroli geboten haben! Wie verwirrt die zwei waren! Ich musste so lachen! Dass die zwei verliebt sind, kam jetzt aber nicht so überraschend. Schön fand ich auch, dass mal nicht so viel passiert, dass ich mich „erholen“ konnte. Die Szene mit der Psychotante ist auch zum Wegschmeißen! Die Sache mit der Prophezeiung scheint mir etwas kompliziert zu sein, Jeanne D’Arc ist ja eher mies drauf. Was genau will die jetzt von Quinn? Und was ist mit Kim? Ich finde, obwohl das Buch schon ziemlich weitfortgeschritten ist, dass man noch nicht allzu genau weiß, worum es geht. Ich finde schon, dass die Handlung spannend ist, aber du hast recht, dass so eine richtige Bombe eingeschlagen ist, ist bisher noch nicht passiert. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Quinn sich sehr schnell mit den Ereignissen anfreundet. Er erzählt es immer sehr lustig, so dass man die Spannung nicht immer spürt. Fassen wir also zusammen: Handlung in Ordnung, Kick fehlt, Schreibstil, Idee und Charaktere gut.

7. Abschnitt

Nixi:

Matilda ist aufgeflogen, klar irgendwann musste es ja noch rauskommen, dass sie von Quinns Mutter bezahlt wird aber es war ziemlich scheiße wie es rausgekommen ist! Und später in diesem Krankenhaus dingens konnte man einfach nur vorhersehen, dass Quinn genau in dem Moment besser hören und damit auch Matilda hören konnte die in Schwierigkeiten war. Hast du die Logik verstanden, mit der Quinn auf einmal Laufen konnte? Ich nämlich nur so halb… Und ich hätte nie im Leben gedacht, dass Severin böse ist. Warum? Er war doch immer so nett!

Der Schluss mit der „Kampfszene“ war schon gut aber im Gegenteil wie der Rest des Buches ist, irgendwie ein bisschen „übertrieben“. Aber ich fand das Ende trotzdem gut. Insgesamt würde ich sagen, dass die Story, die Charaktere und der Schreibstil super sind, nur zwischendurch hat es sich manchmal gezogen sodass die Geschichte nur so dahingeplätschert ist. Ich freu mich trotzdem sehr auf die Fortsetzung, bis dahin wird es glaub ich aber noch ein bisschen dauern. Genug Zeit um (hoffentlich) auch die anderen Bücher der Autorin zu lesen, die sehr gut sein sollen.

Susanna:

Sehr spannender Abschluss, mit der Szene auf dem Dach, also… Und wie streng Matildas Eltern sind! Kein Handy wegen Schuleschwänzen! Aber Tante Berenike und Julie sind die besten! Dass Matildas und Quinns (ich will es (noch) nicht Liebe nennen) Verliebtheit auf die Probe gestellt wird, war abzusehen. Dass es so klassisch durch dieses blöde, längst vergessene Geheimnis und falsch geschickter Nachricht passiert- ich hatte Kerstin Gier mehr zugetraut! Auch das Ende ist doof, man weiß nicht so richtig, was das heißen soll: „Pass auf dich auf.“ Ja super. Ist jetzt alles gut oder wie? Warum müssen sie so pathethisch werden, obwohl die überhaupt nicht voneinander getrennt werden? Soll mir das mal einer erklären… Die Wendung mit Severin war sehr geschickt eingebaut.

Wobei ich die Szene auf dem Dach vorhersehbar fand, schließlich bin ich ja nicht blöd. Wozu zwei weitere Bände schreiben, wenn schon im ersten Band alle tot sind? Richtig cool fände ich es übrigens, wenn Matildas und Quinns Verliebtheit, wie ich es betiteln möchte, am Ende vorbei ist. Das wäre mal was anderes. Kerstin Gier erzählt ja auch viel über Fantasyklischees, während sie sie selber verwendet, das fand ich nicht so toll. Erstens nimmt das die Spannung und zweitens: Was denn jetzt? Klischee doof oder nicht doof, hm? Wie sie immer wieder historische Figuren einflicht ist sehr geschickt gemacht und finde ich sehr interessant. Die Idee mit dem „Ins-Licht-Gehen“ finde ich in Ordnung. Wie schnell Quinn aber den Fantasykram akzeptiert, ist sehr erstaunlich. Das mit dem unsterblich Verlieben auf dem Klappentext trifft nicht so sehr ein, die Liebesgeschichte ist schon eher eine Nebenhandlung, wenn auch mit der Haupthandlung verflochten.

Autorin: Kerstin Gier
Titel: Vergissmeinnicht- Was man bei Licht nicht sehen kann
Erscheinungsjahr: 2021
Verlag: Fischer

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Veröffentlicht von susannabuchbackstube

Huhu, Susanna von der BuchBackStube hier! Ich bin grottenschlecht in Vorstellungstexten, geht deshalb doch einfach auf meinen (und Theas) Blog, da gibt's die interessanten Dinge zu lesen.

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