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Rezension zu „Und ich leuchte mit den Wolken“

Inhalt:
Auf der Zugfahrt in ihr neues Leben in Paris trifft Lilou Mignon. Mignon hat etwas an sich, das Lilou fasziniert; sie scheint mir ihr zu flirten, bleibt jedoch distanziert. Am Gare du Nord verabschieden sie sich, in der Annahme, sich niemals wiederzusehen.
Zwei Wochen später trifft Lilou Mignon jedoch unerwartet wieder und sie versucht, hinter die Fassade Mignons zu blicken.

Meine Bewertung:
Also, irgendwie bringt meine eigene Zusammenfassung nicht so sehr die Magie dieses Buches rüber… Aber es wäre auch seltsam gewesen hinzuschreiben: Lilou trifft Mignon im Zug, zwei Wochen später treffen sie sich plötzlich, werden erst Freundinnen und dann verlieben sie sich, selbstverständlich stehen ihnen dabei Hindernisse im Weg. Das erfasst die Geschichte zwar im Kern, aber es reduziert dieses Buch sehr, sehr, sehr. Lilou ist einfach so eine herzerwärmende Person. Mignon jetzt vielleicht erst mal nicht, aber die beiden sind so…perfekt unperfekt. Ich fürchte, ich habe mich ein wenig in die beiden verliebt. Und auch in die anderen. Für die Charaktere muss ich ein ganz, ganz dickes Lob aussprechen- die sind der Hammer. So unterschiedlich und sie bleiben authentisch, obwohl sie manchmal sich widersprechende Handlungen tätigen.
Es wäre gelogen, wenn ich nun sagen würde, dass ich nach dem Buch unbedingt nach Paris wollte, aber da ich nunmal laute, große Städte verabscheue, behaupte ich das auch gar nicht erst. Trotzdem ist die Stadt wunderschön beschrieben und gefühlt habe ich mit Lilou und Mignon all diese Plätze besucht.
Und auch das Cover spiegelt die Stimmung des Buches sehr gut wieder. Wenn ich ehrlich bin, hat das Cover mich dazu verleitet, mir das Buch zu wünschen (ich hatte möglicherweise recht viele Bücher, die ich am liebsten alle auf meine Wunschliste geschrieben hätte, aber aus Platzgründen habe ich es dann doch unterlassen.)
Was der geschichte noch mehr Authentizität verleiht, ist, dass immer wieder Sätze oder Wörter aus dem Französischen eingeflochten sind. Auch die Sprichwörter zwischendurch haben mir gut gefallen.
Neben all der Schwärmerei für das Buch habe ich jedoch auch Kritik: Der Anfang ist unglaublich gut, ich würde förmlich in das Buch hineingesaugt. Gegen Ende zieht sich die Geschichte jedoch, weil Lilou sich störrisch verhält, was irgendwie gar nicht zu ihrem Wesen passt, das ich davor kennengelernt habe. Das macht es für mich nicht nachvollziehbar, warum sie so eiskalt zu Mignon ist (die sich echt Mühe gibt!). Ja gut, es gab unschöne Erfahrungen in der Vergangenheit, aber dass es so extrem wird? Es streckt die Geschichte einfach nur und dadurch entgleitet mir die Bindung zu Lilou, ich kann mich nicht mehr mit ihr identifizieren, mich nicht mehr in sie hineinversetzen. Das ist sehr schade.
Zum Glück haben die Perspektivwechsel zu Mignon mich ein bisschen darüber hinweg getröstet. Das hin und wieder ausschweifende Geschwafel zu Träumen, Selbstverwirklichung, etc. hat ein bisschen genervt, aber es hat zu Lilou gepasst, deswegen bewerte ich das mal neutral. Manches war auch ziemlich vorhersehbar.

Fazit:
Der Anfang ist grandios, es wird gegen Ende jedoch etwas zäher und die Spannung wird weniger. Die Figuren sind lebendig und der Schreibstil schafft einen Sog, dem sich zu entziehen fast nicht gelingt. 8/10 Punkten.

Autorin: Sophie Bichon
Verlag: heyne<
Erscheinungsjahr: 2021

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Veröffentlicht von susannabuchbackstube

Huhu, Susanna von der BuchBackStube hier! Ich bin grottenschlecht in Vorstellungstexten, geht deshalb doch einfach auf meinen (und Theas) Blog, da gibt's die interessanten Dinge zu lesen.

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