Rezension zu „Seawalkers“ (anhand meiner Kriterien für ein gutes Buch)

Inhalt:
In Seawalkers geht es um den Jungen Tiago aus Florida, der herausfindet, dass er ein Seawalker ist und sich in einen Hai verwandeln kann. Er geht auf ein spezielles Internat für Gestaltenwandler, die Blue Reef Highschool, wo er sich erst einmal einfinden muss. Natürlich gibt es ein paar Liebesgeschichtchen und fiese Klassenkameraden. Außerdem macht die Anwältin Lydia Lennox Tiago das Leben schwer.

Meine Bewertung:

Die Charaktere: Sie sind authentisch, lebensecht und auch die Bösen haben gute Seite. Die Guten haben auch ein paar Macken. Die Personen aus Seawalkers erfüllen meine Kriterien für einen guten Charakter sehr gut. Ich musste immer wieder lachen, einfach wegen der Art der Personen.
Das Setting: Grandios! Die Blue Reef Highschool, die Bucht, Florida, alles ist wunderbar und bildhaft beschrieben. Ich würde die Schule gerne mal besuchen, um zu sehen, ob das alles so mit meiner Fantasie übereinstimmt. Die Beschreibungen sind kurz, knapp und präzise gehalten, sodass sie nicht stören, aber trotzdem ein gutes Bild vermitteln.
Die Sprache: Sie ist in diesem Buch eher jugendmäßig (gibt’s dieses Wort überhaupt? Word streicht es mir jedenfalls nicht…) gehalten, was ich manchmal ziemlich nervig finde. Ich gebe zu, dass ich nicht die richtige Ansprechpartnerin für Jugendsprache bin, aber manche Wörter habe ich einfach noch nie gehört geschweige denn benutzt. Ansonsten flutsche ich immer sehr gut durch die Bücher. Die Dialoge sind meist einfallsreich und lustig.
Handlung: Jetzt kommen wir zum Knackpunkt. Die Handlung ist mir leider immer noch ziemlich unklar (beim fünften Band!!), weshalb es mir auch sehr, sehr schwer gefallen ist, eine Inhaltsangabe zu schreiben. Die Nebenhandlungen sind immer präsenter und vor allem klarer als die Haupthandlung. Ich weiß über die Haupthandlung genau das: Lydia Lennox führt irgendwas im Schilde, steht auf Kriegsfuß mit Tiago, steckt vielleicht in irgendwelchen kriminellen Sachen. Warum genau sie auf Kriegsfuß mit Tiago steht- die Handlung will das halt so. Mir ist der Grund dafür entfallen (während er bei „Woodwalkers“ noch sehr präsent ist, warum Carag Andrew Milling ein Dorn im Auge ist, aber das ist was anderes). Die Nebenhandlungen gefallen mir aber sehr gut, sie sind spannend. Ganz im Gegensatz zu den Höhepunkten. Im ersten und zweiten Band sind sie noch in Ordnung, ab dem dritten werden sie immer schwächer. Wirklich plausibel aufgelöst wird alles auch nicht mehr, der Grund für das Entrinnen aus der Gefahr ist zu sehr gewollt und die Figuren sind zu passiv. Und nichts trägt wirklich zur (undefinierbaren) Haupthandlung bei.
Perspektivwechsel: Gibt es nicht, passt aber zum Buch.
Atmosphäre: Denke ich an „Seawalkers“, denke ich an Sommer, Sonne, Strand und mehr, was ja schon mal nichts Schlechtes ist. Durch die Atmosphäre kann ich komplett abtauchen, hier habe ich nichts zu meckern.
Cover, Titel, Klappentext: Die Cover und die Titel passen immer gut zu den Büchern, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich inzwischen daran gewöhnt. Als ich nämlich das erste Mal „Woodwalkers“ gelesen habe, war ich ziemlich überrascht vom Inhalt, weil ich das bei so einem Cover nicht vermutet hätte. Ich denke, bei „Seawalkers“ wäre es ähnlich gewesen. Der Klappentext, hm, an den kann ich mich nicht mehr so gut erinnern… da ist halt wieder das Problem mit der Handlung, weswegen auch der Klappentext manchmal etwas schwammig ist. Ha, jetzt hab ich das Wort, das ich die ganze Zeit gesucht habe, um die Handlung zu beschreiben! Schwammig! Die Handlung ist schwammig! Oder neblig. Eins von beiden. Aber eher schwammig. Aber egal, weiter im Text.
Anfang und Ende: Auf den Anfang achte ich inzwischen nicht mehr so, wie ich es beim ersten Band getan habe, weil ich wissen will, was jetzt mit dieser Lennox ist. Aber beim ersten Band war er gut, er hat mir einen guten Zugang zum Buch gewährt. Das Ende ist so ein bisschen schwierig, weil ich einerseits traurig bin, die Blue Reef verlassen zu müssen, mich aber gleichzeitig über die Handlung aufrege und denke „Ja, was haben sie denn jetzt eigentlich rausgefunden?“
Drama: Durch die Nebenhandlungen ist das Drama gewährleistet, aber so dramatisch wie in „Woodwalkers“ wird es nicht. Und auf den Kopf gestellt wird… doch schon, es wird was auf den Kopf gestellt, aber nicht in allen Bänden wirklich intensiv. In ein paar wird nur ein bisschen umgeräumt.
Popularität: Ich denke, die Walkers sind schon relativ bekannt. Was ich nicht so mag, ist der Rummel, der um sie veranstaltet wird, aber ich schaue ihn mir einfach nur an und mache nicht mit, dann ist es mir nämlich auch wieder egal.
Leider werden die Walkers ziemlich ausgeschlachtet, wie ich finde, sodass die Qualität nachlässt. Das Special, das es gab, war von der Handlung her nicht so berauschend und auch sehr kurz, bei „Seawalkers“ ist es ähnlich (bis auf die Kürze). Ich stehe der geplanten zweiten Staffeln von „Woodwalkers“ kritisch gegenüber (auf der einen Seite), weil schon „Seawalkers“ nicht mehr an „Woodwalkers“ heranreicht, aber gleichzeitig finde ich es auch schade, dass es noch dauert, bis die Bücher dann erscheinen.
Genre: Ich würde „Seawalkers“ Fantasy zuordnen.
Autorin: Ich mag Katja Brandis‘ Bücher ziemlich gern, deswegen hat „Seawalkers“ auf jeden Fall einen kleinen Pluspunkt.

Fazit:
Alles bis auf die Handlung finde ich an „Seawalkers“ gelungen. Mehr sage ich nicht, ich hab mich schon genug über die Handlung aufgeregt. Aber ich empfehle trotzdem, die „Woodwalkers“ zuerst zu lesen (sie sind halt einfach besser).
„Seawalkers“ kriegt 8/10 Punkten.

Autorin: Katja Brandis
Verlag: Arena
Altersempfehlung (von mir): ab 10
Bände: Seawalkers- Gefährliche Gestalten (Juni 2019)
            Seawalkers- Rettung für Shari (Januar 2020)
            Seawalkers- Wilde Wellen (Juni 2020)
            Seawalkers- Ein Riese des Meeres (Januar 2021)
            Seawalkers- Filmstars unter Wasser (Juni 2021)
            Band 6 erscheint im Januar 2022

2 Kommentare zu „Rezension zu „Seawalkers“ (anhand meiner Kriterien für ein gutes Buch)

  1. Danke für die fundierte Einschätzung. Sehr lustig finde ich, dass Du die Bücher „trotz“ der Handlung empfiehlst 🙂 Das habe ich noch nie gehört!! 😉 Wenn mir die Handlung nicht passt, sind die Bücher bei mir unten durch 😉 Aber gut, wenn die Charaktere toll sind, ist das vielleicht bei der Reihe Anreiz genug.

    Gefällt 1 Person

    1. Oh ja, die Charaktere sind wirklich toll.
      Und das Setting ist einfach erstklassig.
      Ob das aber ausreicht, um „Seawalkers“ zu mögen,
      musst Du aber wahrscheinlich selbst entscheiden.
      Ich für meinen Teil kann sie auf jeden Fall empfehlen.
      Liebe Grüße
      Susanna

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